Eine andere Wirklichkeit…

Kaum hatte Prinz Anmut die Wegbiegung passiert, war irgendwie alles anders geworden. Aller Zauber, alle bisherigeWeg-Alpenpfadn Eindrücke waren plötzlich am Verblassen. Der Prinz wandte sich um und konnte auch keine Helfensteine mehr sehen. „Unglaublich“, entfuhr es ihm. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, murmelte er. Der Prinz wunderte sich, wie all das, was er mit solch einer kraftvollen Intensität wahrgenommen hatte, fast verschwand, sobald er es nicht mehr vor Augen hatte.

„Ob es anderen Menschen manchmal auch so ergeht“, fragte sich der Prinz? Da, wie zur Erinnerung an das vorherige Geschehen mit all seinen zauberhaften Empfindungen, lag ein etwa faustgroßes steinernes Herz vor ihm auf dem Weg. Der Prinz stieg von seinem Ross und beschloss hier eine kleine Rast einzulegen, bevor er seinen Weg zurück in die Welt, aus der er gekommen war, antrat.

Das Steinherz war eine Mischung aus Basalt und Tonschiefer, vielleicht auch Muschelkalk, wie die Beschaffenheit des Weges hier in der Gegend. Es passte, wie dafür angefertigt, exakt in die Mulde seines verbeulten, ausgedienten Kampfschildes, dort wo sich einst der Zauberkristall befand. Ein kurzer Fausthieb und das Steinherz war eingepasst, so als sei es von einem Schilderschmied dort eingeschweißt worden. Ein dumpfes, herzschlagartiges Plopp war beim Einschlagen des Steinherzens ertönt. Es klang fast, als wolle es wieder zu schlagen beginnen, wie ein lebendiges Herz im Körper. Da wusste der Prinz, dass er mit diesem Akt irgend etwas erlöst hatte, was in diesem steinernen Herzen gesteckt hatte.

Mit dieser Erkenntnis spürte er sein eigenes Herz pochend und so wohlig warm, und der Prinz gewann den Eindruck, als würde diese Wärme, über seine Hände aus seinem Körper hinaus strahlen. Gleichsam glaubte er das Steinherz auf seinem Schild gelegentlich aufzucken und pulsieren zu sehen. Jetzt wurde dem Prinzen die Botschaft seines weiteren Wirkens in der Welt bewusst. Mit seiner Erfahrung und seinem Frohsinn sollte er die Lebensfreude der anderen Menschen wecken und mit seinem ihm innewohnenden Strahlen ihre Lebensflamme anzünden. So würde auch deren Herz wieder zu neuem, bewussten Leben erweckt…

„Herrlich, das passt ja wieder mal zu dir Isak. Mit diesen Worten weckst du auch etwas in den Herzen deiner Zuhörer und Leser“, sprach Wichtel Helferich mit überzeugendem Ausdruck in seiner Stimme…

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