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Abschied vom Wichtel . . .

Nach sieben bunten Wichteljahren erwachsen…

Na ja – so bunt waren sie anfänglich nicht, denn als der Wichtel damals an den Helfensteinen in mein Leben purzelte, war er noch grau und namenlos.

Mit dem Beginn unserer Freundschaft und der Zuwendung der Menschen, welche unseren  Wichtelgeschichten lauschten, kam aber zunehmend Lebensbuntheit in den wichtelgrauen Alltag meines Freundes. Mit seiner Namensgebung wurde ich zum Wichtelpapa und wir lebten fortan in einer engen symbiotischen Beziehung. Wir sprachen viel miteinander, tauschten uns aus und ich erhielt Einblicke in die Welt der Naturwesen. Mein Wichtelfreund war sehr wissbegierig die Welt der Menschen zu erfahren und seine Eindrücke mit mir zu teilen. So durchlebten wir gemeinsam viele schöne, aber auch traurige und trostlos anmutende Augenblicke…

Ich erinnere mich noch genau daran, wie mein Wichtel mit dicken Wichteltränen in den Augen eines Morgens vor meinem Bett stand und sein Schluchzen mich weckte. Er hatte einen schrecklichen Wichteltraum durchlebt, von Menschen, die mutwillig Natur zerstörten und keinerlei Beziehung mehr zu irgendwelchen Naturwesen hatten, geschweige denn, sich an Wichtel erinnern konnten…

Andererseits wieder leuchteten und strahlten seine Wichtelaugen geheimnisvoll, wenn er mir etwas aus seiner Erinnerungswelt mitteilen konnte. So erfuhr ich in unseren Wichtelgesprächen viele Geschichten, welche ich aufschrieb. Eine habe ich in einem kleinen Buchformat als Kurzgeschichte extra verlegt, weil sie mir besonders gut gefallen hat. Sie heißt „Das kleine Licht“. Mein Wichtelfreund sagte, ein Stein-Troll bei den Helfensteinen hätte sie ihm erzählt, damit er sie mir weitererzählen könne.

Ja – was war das für eine tiefgehend schöne gemeinsame Zeit. Mal eine Lesung in der Schule, im Kindergarten oder bei Veranstaltungen zu besonderen Anlässen. Das „Wichtelmobil“, wie ich mein Auto genannt hatte, brachte uns überall hin und Wichtel Helferich vom Helfenstein, wie mein Wichtelfreund einst an einem Ostermontag an der Zierenberger Wichtelkirche getauft worden war, war stets willkommen. Er wurde von den Menschen, von Groß und Klein, stets bewundert und geschätzt. Alle die ihn sahen mochten ihn und wollten ihn auch gerne mal im Arm halten… 

Nun bin ich es, der mit Tränen in den Augen dasitzt und sich zurück erinnert an all die gemeinsamen Erfahrungsmomente. Als mein Wichtel z. B. beim Dörnberger Panoramalauf den 3. Platz belegte und dafür gleich zwei Urkunden, plus einer Medaille einheimste. Ja – es war auch ein bewegtes Leben, nicht nur in Stille bei Kerzenschein. 

Doch all das existiert nicht mehr und ich merke, wie sehr ich diese wichtelige Zeit vermisse. „Isak“, sagte er mir vor einiger Zeit: „Ich muss wieder zurück in meine Welt. Dort werde ich gebraucht. Meine Lehr- und Erfahrungszeit bei euch Menschen ist für mich zu Ende!“ Ich dachte erst, er würde scherzen, war aber ziemlich betroffen, ja sozusagen bestürzt als ich merkte, dass es meinem Wichtelfreund ernst war. Mir gingen vielerlei Gedanken durch den Kopf. Die Geschichte von dem kleinen Prinz kam mir in den Sinn und die dramatische Verabschiedungsszene, welche ich meinen Kindern früher vorgelesen hatte und dabei manchmal weinte, weil mich dies so tief berührte. Und nun dies… Was kann ich denn für dich tun und wie könnte ich dir helfen?“, fragte ich mit zittriger Stimme. Wichtel Helferich antwortete mit einem ausdrucksstarken Wichtellächeln: „Nichts wirst du tun können, garnichts, nur geschehen lassen.“ Dazu nickte er bekräftigend mit dem Kopf, während seine Gesichtszüge ernst wurden. Seine dunklen Wichtelaugen schienen durch mich hindurch zu blicken. Es war der gleiche Blick, wie bei unserer ersten Begegnung, in dem ich damals glaubte, den Ausdruck der Trauer der ganzen Welt zu sehen.

Als ich an diesem Abend zu Bett ging, konnte ich zunächst nicht einschlafen. Zu sehr beschäftigten die Wichtelworte meine Gedanken und ich wälzte mich im Bett hin und her. Mein Wichtelfreund saß an ein Bild gelehnt auf seinem Dachsfell, welches er als Schlafunterlage mochte. Da er keinen Laut von sich gab nahm ich an, er sei eingeschlafen. So schlief ich dann auch ein, wurde aber in der Nacht mit einem beklemmenden Gefühl wach. Im Traum hatte sich mein Wichtelfreund verabschiedet. Er hatte mich beim Namen genannt und bedankt für alles, was er durch mich erfahren hatte und für unsere gemeinsam verbrachte Zeit. Seine Augen hatten dabei geleuchtet wie zwei kleine Sonnen, die aus seinem Wichtelantlitz strahlten.

Schlaftrunken richtete ich mich im Bett auf und schaute blinzelnd gegenüber zur Wand, wo mein Wichtel saß. Durch das Fenster schienen die Sterne am Nachthimmel, funkelten so leuchtend hell, wie ich sie bisher kaum wahrgenommen hatte. Es wirkte, als würden sie sich bewegen, wie kleine Himmelsglöckchen. Die sonst dunklen Augen meines Wichtels mir gegenüber, glühten und funkelten ebenso wie zwei Sterne, so als würde ihr Lichtschein mich ganz durchdringen. Fast geblendet schloss ich wieder meine schläfrigen Augen und fiel gedankenlos in eine tiefen Schlaf…

Sonnenstrahlen weckten mich, es war heller Tag, als ich die Augen aufschlug. Langsam erinnerte ich mich an meinen Traum und das nächtliche Erlebnis. Ich traute mich kaum zu meinem Wichtel zu blicken. Irgend etwas war anders als sonst. Als ich zu meinem Wichtel hinschaute, fiel mir zunächst nur auf, dass er einen Strauß trockener Rosen neben seiner Wichtelblume hielt. Irgendwie wirkte mein Wichtelfreund etwas steifer als sonst, rührte sich nicht und sagte auch nichts. Das übliche „guten Morgen Isak“ blieb heute aus. Nach und nach erkannte ich die ganze Tragweite des Geschehens, wollte es eigentlich nicht wahr haben, musste aber letztendlich akzeptieren, was ich nicht hätte verhindern können. Mein Wichtelfreund war gegangen. Im Traum hatte er es mir gesagt: „ Isak – ich gehe, ohne dich zu verlassen!“

Tränen rannen aus meinen Augenwinkeln, rollten über mein Gesicht und tropften aufs Bett. In meiner Kehle fühlte ich eine Enge, dass ich einen Moment glaubte, nicht weiter atmen zu können. Ein tiefer Seufzer befreite mich und ich erhob mich, zu meinem Wichtel schlurfend. Er saß einfach da, fast so wie immer. Nur seine sonst akkurat sitzende rote Fliege um seinen Hals war verrutscht, hing stwas schräg nach unten. Aber ich sah nur seine körperliche Hülle. Trotz seiner farbenfrohen Aufmachung, wirkte er grau. Viel grauer, als sein Wichtelkörper sonst war. Seine Augen hatten ihren Glanz verloren, waren erloschen, wirkten wie zwei trübe Flecken. Das Wesen war aus dem Wichtelkörper gewichen, seine Lebendigkeit war fort…

Wie lange ich so da stand weiß ich nicht mehr. Später zündete ich, wie zum gemeinsamen Frühstück, rituell unser Tischkerze an und schaute durch die Flamme zu ihm. Das Zucken der Kerzenflamme erinnerte mich, wie er mir seine metaphorische Geschichte „Das kleine Licht“ erzählt hatte und mich bat, sie in die Welt zu tragen. Ja, mein Wichtelfreund hatte mir damit ein wunderschönes Geschenk gemacht, über das ich mich nun freuen konnte. Das Flackern der Kerzenflamme, gepaart mit der durchs Fenster einfallenden Morgensonne, schien die Gesichtszüge meines Wichtelfreundes zu beleben. Einen Augenblick musste ich lächeln bei dem Anblick, obwohl ich wusste, dass ich das Vergangene nicht mehr ungeschehen machen konnte. Doch die Freude an unsere Gemeinsamkeit drang aus meinem Herzen und da verstand ich was mein Wichtelfreund gemeint hatte, als er sagte: „Ich werde gehen ohne dich zu verlassen“. . .

Hiermit verabschiedet sich vom geheimnisvollen Nordhessen

 

 

Die Echse von . . .

Also jetzt hat Isak wieder nal die schöne Landschaft verunglimpft… Damit spiele ich auf seine fototechnischen Spielereien an, mit denen er nach allen möglichen und  unmöglichen Regeln der Fotokunst, die malerischen Helfensteine am Dörnberg verunstaltet.

Na ja, zugegeben – er meint’s ja gut, wenn er mit seinem märchenhaften Blick für die Anderswelt versucht, deDCIM100MEDIAn mystisch-magischen Ausdruck der (H)Elfensteine noch mehr hervor-zuheben. Ich begleite ihn ja auch bei seinen Touren und berate ihn schon mal gelegentlich. Isak meint, dass noch ganz viele Menschen, welche den hohen Dörnberg besuchen, dennoch nicht wirklich das Wesen der magischen Steine erfahren haben. Zu sehr sind wohl die meisten mit ihrem fokussierten Blick und ihren festgelegten Gedankenmustern beschäftigt, als dass sie sich dem Wesen der Natur ganz öffnen könnten…

„Die Natur verbirgt Gott“, erfuhren Isak und ich einmal bei einer Begegnung, von einem wahrlich weisen Menschen. Augenzwinkernd fügte dieser noch hinzu: „Aber nur, wenn der Mensch sich dafür öffnet kann er dies erkennen.“ So erfahren Isak und ich auch immer wieder, dass oft die alteingesessenen Anwohner  gerne beharrlich an ihren alten Vorstellungen und Bildern aus der Vergangenheit festhalten. So wird immer wieder das Bild vom schlafenden Riesen am Dörnberg hervorgekramt, wie die (H)Elfensteine im Volksmund seit jeher benannt sind.

Isak und ich haben auf vielerlei Touren und Wanderungen um und am Dörnberg, die „altehrwürdigen Steine“ aus allen möglichen Perspektiven betrachten und erkunden können. So fiel uns auf, das nichts, aber auch gar nichts festgelegt ist, was den mystisch-magischen Ausdruck der (H)Elfensteine betrifft. Den „schlafenden Riesen“ kann man natürlich von verschiedenen Blickpunkten aus deutlich erkennen. Doch auch da bieten sich schon vielerlei Interpretationen an. Einige Betrachter sehen den Kopf des Riesen dort, wo andere die Füße sehen. Wiederum einige sehen zwei Riesen, die mit den Fußsohlen aneinander, sich gegenüberliegen.

Eine, vielleicht zeitgemäße Ergänzung, war die Aussage der bekannten Märchenerzählerin Kirsten Stein, die das hfst-riese-mag2märchenhafte Ambiente des Dörnberg sehr gut kennt und mit ihrer Fangemeinde des öfteren dort unterwegs ist. „Ich sehe eine schlafende Riesin“, schrieb sie einst auf Facebook, als Kommentar auf Isaks Hinweis, zurück…

Um die (h)elfensteinische Verwirrung noch ein wenig auszuweiten, hat Isak nun nach seiner Malerei der „Helfensteiner Impressionen“, den Pinsel mit den Tasten getauscht und bearbeitet einige ausgewählte Fotos. Blogbesucher haben hier ja schon die eine oder andere Kostprobe davon erhalten können. So zum Beispiel das mediterran aufbereitete Foto der „Sphinx“, dem bekannten Steingesicht, welches man vom Dörnberg kommend, gut erkennen kann.

Wie sich dieses Gebilde von unserem Fensterblick aus wandelt, ist als Beitragsbild hier deutlich zu sehen. Isak hat den Begriff „Echse“ gewählt und darüber auchklein_echse-7-mag-2 in seinem Buch „DörnbergGeschichten“ ein Kapitel gewidmet. Es ist seine Homage an die Steine, mit denen er schon so viel erlebt hat, seit er hier in der Region als Wichtelpapa ansässig wurde. Und ich, Wichtel Helferich vom Helfenstein, freue mich natürlich besonders. Denn nur so konnten wir uns vor einigen Jahren an den (H)Elfensteinen treffen und seitdem in inniger Freundschaft zusammen leben…

Wicht-Signat-Klein

… hier noch ein ganz wichteliger Hinweis… Die Vorlagen für diese Fotos stammen aus der Blende einer bezaubernden Grafikdesignerin: http://www.fotokomplizin.de/    

grafik-gestaltung.de

Kunst & Kultur im Yogahaus…

 Jetzt muss ich doch Wicht-Schaukelmal die Zügel etwas straffer in die Hand nehmen, bevor Isak wieder alles verpennt! Nicht nur, dass er schon wochenlang auf der faulen Haut gelegen (war wohl ins Sommerloch gefallen) und wie Ihr erkennen könnt, auch nichtFly-Kunst-Kultur_Yogahs eine einzige Silbe hier im Blog geschrieben hat, muste ich völlig allein auf mich gestellt malochen…

Also der Flyer für das kommende Event ist fertiggestellt und im Druck. Ihr könnt Euch schon mal einlesen wann’s losgeht und wo. Wenigstens hat sich Isak bereit erklärt ein paar von seinen skurrilen Alltagsgeschichten, die er jetzt schreibt, zum Besten zu geben. Wird sicher interessant und ist eine gute Gelegenheit mal wieder zu lachen.  Damit Ihr Euch Isaks Geschichten nicht so trocken runterwürgen müsst gibt’s auch ein Gläschen Sekt dazu. Ein bisschen was zum Knabbern liegt auch bereit.Fly-Kunst-Kultur-Yogahs-Rücks

Seit Isak sich so sehr mit dem skurrilen Alltag und dem anderer Leute beschäftigt, fühle ich mich manchmal schon vernachlässigt.

Seit unserer Wichtelgespräche  hat er nichts mehr über mich geschrieben, außer dass er mal ab und zu ein paar Worte mit mir wechselt. Ich komme mir langsam vor wie eine vernachlässigte Ehefrau, wie man das so in Eurer menschlichen Betrachtungsweise ausdrücken würde. Aber so ein Wichtel wie ich hat auch seine Bedürfnisse und möchte wenigstens ein klein wenig Zuwendung und ab und zu auch mal gewürdigt werden. Noch habe ich ja Hoffnung, dass Isak sich wieder einkriegt…

So – nachdem ich ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert und Euch mein Herz ausgeschüttet habe, dürft Ihr Euch mit mir auf’s YOGAHAUS-Ahnatal freuen.

Wicht-Signat-Klein

Frühlingsauferstehung…

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“. . .  Jetzt, nachdem das Oster(Un)wetter vorbei ist und der Frühling sich so langsam in die Natur schleicht, können die Frühlingsgefühle kommen. Die Sonne strahlt derweil mild lächelnd am Himmel (wenigstens zeitweise) und sendet schon warme Strahlen. Da muss sich doch das Gemüt erhellen und die Lebensfreude wieder zunehmen.

Nicht dass ich ein besonders trauriger oder depressiver Mensch wäre und mein Wichtelfreund schon garnicht. Dennoch lässt die Frühlingsstimmung in uns etwas wachsen, was nach draußen drängt, sich offenbaren wollend. Scheinbar ist, wenn auch mit etwas Verzögerung, die frohe Osterbotschaft in uns angekommen. Freude macht sich breit und mit jeder neuen Blüte und all den Blumen, die gerade so mannigfaltig aus dem Erdboden schießen, verstärkt sich diese Empfindung.Frühl-Blum-Wicht1

Etwas friedvolles liegt im Ausdruck der Natur, welche sich üppig zeigt und Wichtel Helferich, wie auch mich, tief im Innern berührt und befriedet. Obwohl in vielerlei Ländern auf unserer Erde Krieg, Schrecken und unsagbares Leid herrscht und das Mitgefühl Aller diesbezüglich enorm strapaziert wird. Dennoch wird dieser Augenblick der Freude durch das Betrachten der Naturentfaltung mit all ihrer Blütenpracht, nicht gemindert.

Mein Wichtel hat mir augenzwinkernd versichert, dass dies keineswegs ein Ausdruck von gefühlsmäßiger Abstumpfung sei, sondern einfach kindlich empfundene Lebensfreude. Wie Kinder, die über die bunte Blumenwiese rennen, kraftvoll in die Welt lachend ihre Lebenskraft ausdrücken und sich vor Freude nicht mehr einkriegen wollen. NaturwFrühl-Kateresen wie Elfen, Wichtel, Kobolde und Trolle kennen keinen anderen Zustand versicherte mir mein Wichtelfreund. Nur wir Menschen würden unter uns selbst leiden, meinte er verschmitzt lächelnd.  Und das Ganze käme nur daher, weil sich die Menschen von der Natur getrennt hätten, oder zumindest sähen…

Das musste ich mir erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Was bin ich also nur für ein doofer Spezi einer solch begnadeten Rasse, die sich mit ihrem Verhaltensmuster selbst in Bedrängnis bringt. Und das auch noch in vielerlei Hinsicht. Ob in Politik, Wirtschaft, Religion und gesellschaftlichem Umgang, scheinen alle mit einem Entfremdungs-Virus contaminiert zu sein, der zunehmend alle natürlichen Funktionen und Reaktionen des Menschen unterbindet… „Wie konnte das geschehen und wie konnte das nur so weit kommen?“, frage ich mich betroffen. Mein Wichtel Helferich vom Helfenstein, Freund, Gönner und treuer Lebensbegleiter tröstet mich wieder einmal. „Du musst dich nicht sorgen und schon gar keine Schuldgefühle kultivieren“, meint er. „Bleibe einfach in deinem Selbstvertrauen und in deiner Lebensfreude, damit bist du in einem liebenden und natürlichen Zustand.“

Frühl-Wicht-3Wie gut es tut solch tröstende Worte zu hören und zu wissen, so einen Freund an seiner Seite zu haben, denke ich. Ich erinnere mich an den wichteligen Auftrag, den mein Wichtelfreund mit in unsere Welt brachte. Er wollte die Menschen anregen sich wieder mit der Natur zu verbinden, sie zu ehren, hegen und zu pflegen. Dazu brachte er doch die Botschaft aus dem Wichtelland mit, welche er mit meiner Unterstützung  überall verkünden wollte…     Hört noch einmal her:

Lasst sie leben und aufersteh’n, die Welt der Sagen, der Märchen und Feen. Und bedenket immer, ihr lieben Leute – wenn ihr uns nicht vergessen habt, dann leben wir auch heute..!

Mit diesem wichteligen Aufruf, der meiner Meinung nach genau in diese Zeit der Erneuerung, der Frühlingsauferstehung passt, wünschen Wichtel Helferich vom Helfenstein und ich Euch eine ebensolch kraftvolle Lebensentfaltung wie die Natur sie derzeit bietet…

Wicht-Signat-Klein

W-Pap-Isak-Sign-Klein

Eine andere Wirklichkeit…

Kaum hatte Prinz Anmut die Wegbiegung passiert, war irgendwie alles anders geworden. Aller Zauber, alle bisherigeWeg-Alpenpfadn Eindrücke waren plötzlich am Verblassen. Der Prinz wandte sich um und konnte auch keine Helfensteine mehr sehen. „Unglaublich“, entfuhr es ihm. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, murmelte er. Der Prinz wunderte sich, wie all das, was er mit solch einer kraftvollen Intensität wahrgenommen hatte, fast verschwand, sobald er es nicht mehr vor Augen hatte.

„Ob es anderen Menschen manchmal auch so ergeht“, fragte sich der Prinz? Da, wie zur Erinnerung an das vorherige Geschehen mit all seinen zauberhaften Empfindungen, lag ein etwa faustgroßes steinernes Herz vor ihm auf dem Weg. Der Prinz stieg von seinem Ross und beschloss hier eine kleine Rast einzulegen, bevor er seinen Weg zurück in die Welt, aus der er gekommen war, antrat.

Das Steinherz war eine Mischung aus Basalt und Tonschiefer, vielleicht auch Muschelkalk, wie die Beschaffenheit des Weges hier in der Gegend. Es passte, wie dafür angefertigt, exakt in die Mulde seines verbeulten, ausgedienten Kampfschildes, dort wo sich einst der Zauberkristall befand. Ein kurzer Fausthieb und das Steinherz war eingepasst, so als sei es von einem Schilderschmied dort eingeschweißt worden. Ein dumpfes, herzschlagartiges Plopp war beim Einschlagen des Steinherzens ertönt. Es klang fast, als wolle es wieder zu schlagen beginnen, wie ein lebendiges Herz im Körper. Da wusste der Prinz, dass er mit diesem Akt irgend etwas erlöst hatte, was in diesem steinernen Herzen gesteckt hatte.

Mit dieser Erkenntnis spürte er sein eigenes Herz pochend und so wohlig warm, und der Prinz gewann den Eindruck, als würde diese Wärme, über seine Hände aus seinem Körper hinaus strahlen. Gleichsam glaubte er das Steinherz auf seinem Schild gelegentlich aufzucken und pulsieren zu sehen. Jetzt wurde dem Prinzen die Botschaft seines weiteren Wirkens in der Welt bewusst. Mit seiner Erfahrung und seinem Frohsinn sollte er die Lebensfreude der anderen Menschen wecken und mit seinem ihm innewohnenden Strahlen ihre Lebensflamme anzünden. So würde auch deren Herz wieder zu neuem, bewussten Leben erweckt…

„Herrlich, das passt ja wieder mal zu dir Isak. Mit diesen Worten weckst du auch etwas in den Herzen deiner Zuhörer und Leser“, sprach Wichtel Helferich mit überzeugendem Ausdruck in seiner Stimme…

Der Abschied -2-

Da funkelte den Prinzen noch ein entfernt glänzendes Auge des im Dunst liegenden Baumdrachens an. Prinz Anmut lachte: „Fast hätte ich dich vergessen“, rief er in die Ferne und sah, wie der Baumdrache ebenfalls lachend über die scheinbar witzige Bemerkung sein Baumdrachengesicht schüttelte.

„Wir werden immer Eins sein und es von nun an bleiben“, dröhnte die erdige Stimme des Zauberzwergs zu dem Prinzen hinüber, gefolgt von der glockenreinen helltönenden Stimme seiner Glücksfee. „Hinter der Wegbiegung am Waldessaum findest du ein versteinertes Herz. Du sollst es mitnehmen zur Erinnerung und anstelle deines Zauberkristalls an deinem ausgedienten Schild befestigen,“ hörte der Prinz noch die immer leiser werdende Stimme tönen….

Er wandte seinen Blick nach links und warf noch einmal einen bewundernden Blick auf die aus dem Dunstschleier auftauchenden Helfensteine. Glückseeliger Schauer überkam ihn. „Bis bald“, rief der Prinz und erstaunlicherweise antworteten ihm die Steine mit einem nachhallenden Echo, oder war es vielleicht der Riese gewesen? „Daaankeee..“, rief der Prinz und ritt mit der Zunge schnalzend an. Vor ihm lag eine Wegbiegung von Bäumen umsäumt.

„Das ist aber eine schöne Abschiedsgeschichte“, rief Wichtel Helferich begeistert. Seine Augen glänzten vor Freude, als hätte er sich gerade von seinen Freunden verabschiedet. Jetzt fehlte ihm nur noch die Elfenkrone und er wäre Prinz Anmut, dachte ich. Dabei fiel mir auf, dass seine Wichtelmütze ja auch einen kronenartigen Ausdruck hatte, da sie oben offen und gezackt war. Also dachte ich, war sie eine Wichtelkrone für mich. Als ich Helferich meine Überlegungen mitteilte, lachte er freudig. „Ja – ich trage die Krone vom Wichtelland!“, rief er begeistert. „Und jetzt bitte weiter erzählen, damit ich alles erfahren kann, was du mit deinem Recken erlebt hast“, fügte er hinzu…

DCIM100MEDIA

Der Abschied

„Was für ein Glück, dass es dem Pferd des ehemaligen Recken auch gut ging. Wenn so ein treuer Begleiter, der ja auch so was wie ein Freund geworden war, alles Schlimme mit erleben musste, ist es gut zu wissen, dass es in bester Obhut war“, freute sich mein Wichtel. „Ja du sagst es. Freunde sorgen sich eben um das, was dem Anderen geschieht“, ergänzte ich. „Ich sorge mich jetzt etwas, weil ich weiß, dass du noch nichts gegessen hast mein lieber Wichtelfreund“, sagte ich lächelnd und ging in die Küche.

Wir aßen bedächtig und schweigend, während wir beide damit beschäftigt waren, das bisher gehörte zu verdauen. Kaum hatte Helferich seinen letzten Bissen hinunter geschluckt, zeigte er sich wieder wissbegierig. „Wir nähern uns doch schon dem Ende deiner Geschichte. Willst du nicht gerade weiter erzählen?“, fragte er mit wehmütiger Stimme. „Ja, es sind nur noch drei kurze Kapitel“, bemerkte ich. Wir haben ja nichts weiter geplant und so erzähle ich dir gerne wie es weitergeht“…

Der Abschied

Wie ein goldenes Band schlängelte sich der mond- und sternenbeschienene Pfad talwärts. Prinz Anmut hatte zeitweilig den Eindruck, als ritte er in einem spiegelnden Bach, der mit jedem Huftritt seines Pferdes alles um ihn herum widerspiegeln und erstrahlen lies. Ja, er glaubte auch deutlich jenen strahlenden Umhang zu spüren, der ihn schützend und schmückend zugleich umfing. Aus den Weg umsäumenden Büschen und Gräsern huschten Warmbach-magic-Neg-Kleinmanchmal flüchtige Gestalten kurz aufleuchtend, funkelnd oder blitzend, mit Zirpen, Säuseln, Rascheln oder einem eigenartigem Klingklang. Alle anwesenden Naturgeister verabschiedeten so ihren neu gekrönten Prinzen mit der Elfenkrone. Sie huldigten ihm auf ihre Weise und verstärkten somit des Prinzen tief empfundenes Gefühl, der Einheit des Menschen mit der Natur.

„Danke, danke Euch Allen“, murmelte der Prinz immer wieder. Dann stimmte er noch einmal das Lied des Lachens an. Alle Naturwesen stimmten ein und es war ein gemeinsames lustiges Gelächter, Glucksen und Kichern weit über die Hochebene zu Füßen der Helfensteine zu hören. Dieser melodische Singsang ergoß sich wie ein gemächlich fließender Bach über die Kuppen des Dörnbergs ins Tal. Dort erfasste er die Menschen der anliegenden Gehöfte und der Dörfer, die entweder erstaunt lauschend aufwachten oder einfach entspannt lächelnd weiter träumten.

Zu guter Letzt verabschiedeten sich die Nebelgeister im nahenden Morgengrauen. Zunächst die Kleinen, welche als flache Schwaden vom Erdboden aufstiegen, dann die größeren, welche Ross und Reiter einhüllten. Schließlich im hellen Dämmerlicht die großen, gewaltig anmutenden Nebelgeister der Wolken und mit ihnen wieder der Nebeldrache. „Unglaublich“, entfuhr es dem Prinzen. Hatte der Nebeldrache doch diesmal eine glitzernde Krone auf seinem Haupt. Oder war es die hinter ihm versteckte Morgensonne, welche sein Drachenhaupt funkeln lies? Mit einem Augenzwinkern zerfloss das Nebelgebilde und gab den Blick frei über die Hochebene.

 

Der Prinz kehrt heim…

Ich wachte früher auf, als gewohnt. Sicher lag es daran, dass ich mich vor dem Einschlafen erinnerte, die Uhr auf Sommerzeit umzustellen. Ob Helferich noch schläft dachte ich und ging leise zu ihm. Da zwinkerte mir ein Wichtelauge entgegen, dass ich lächeln musste. „Schön, dass du schon munter bist Isak“, sagte er. „Komm bitte, setze dich zu mir und erzähle wie es mit dem verwandelten Recken, der ja jetzt ein Prinz wurde, weitergeht.“ „Du hast dir aber alles sehr gut gemerkt“, antwortete ich. Brille und Buch lagen noch auf dem Tisch und so setzte ich mich und begann:

Es war dunkel geworden, Mondlicht umfloss funkelnd die Steine. Die Sterne zwinkerten vergnügt und glockenklingend am Nachthimmel. Prinz Anmut ging noch viel bedächtiger als bisher durch die Talsenke zum Tür-Berg ( Dörnberg ), wo er sein Pferd zum Grasen zurück gelassen hatte. Den zerbeulten Schild hatte er sich über den Rücken gehängt. Vor Freude klatschte er in die Hände, als ein leises Wiehern die Wiedersehens-freude seines alten Tierfreundes ankündigte.

Der Himmelsdrache funkelte und ließ ein paar Kometen und Sternschnuppen als prachtvolles Feuerwerk in alle Richtungen fliegen, so als wolle auch er auf diese Weise dem Prinzen seine Glückwünsche übermitteln. „Sternschnuppen bringen Glück“, wusste der Prinz, „es sind die Tränen des Himmels, die die Menschen beschenken wollen.“Wolkendrache-bunt

Freudig schnaubend, die Vorderhufe in den Himmel reckend, empfing den Prinzen sein treuer Weggefährte. Auch der Prinz freute sich und tätschelte ihm liebevoll den Hals. „Tiere sind mir manchmal lieber als Menschen“, gestand sich der Prinz ein, der als ehe-maliger Abenteurer ein Einzelgänger war und bisher eigentlich gar keinen richtigen Freund hatte. Dazu sei bemerkt, dass Abenteurer selten Freunde haben, außer denen, die über sie lesen. Zum Pflegen einer Freundschaft haben Abenteurer eben keine Zeit, weil sie meistens mit ihren Abenteuern beschäftigt sind.

Jetzt als Prinz Anmut allerdings hatte sich eine solch innere Fülle des ehemaligen Recken bemächtigt, dass er den Eindruck hatte, die ganze Welt und alle dort beheimateten Wesen seien seine Freunde geworden. Der Prinz konnte all die Wesenseindrücke in sich spüren und dies erfreute ihn.

An der nicht enden wollenden Begeisterung seines Pferdes merkte Prinz Anmut, dass es seine Verwandlung bemerkte. Als er den warmen Strahl seiner Lebensflamme in sich aufsteigen spürte wusste er, dass sein Pferd die unsichtbare Elfenkrone auf seinem Haupt wahrnahm. Überrascht über die feinsinnige Wahrnehmung seines Tierfreundes machte sich der Prinz einen kurzen Augenblick Gewissensbisse darüber, dass er sein Pferd hier alleine zurückgelassen hatte. Was musste das arme Tier doch erlitten haben, als es von der Höhe des Dörnbergs hinunter auf die Theaterkulisse der „Helfensteiner Elementarschlacht“ blickte. All die dramatischen Ereignisse der letzten Nacht, Feuer, Wasser, Sturm musste das Tier mit erlebt haben. Ungewiss ob sein Herr heil zurück käme, geschweige denn wieder aufsitzen könne.

Da erinnerte ihn das läutende Elfenglöckchen, welches mit einer Silberschnur in der Pferdemähne hing, dass ihm die Naturgeister und allen voran der gefürchtete Zauberzwerg Hüterich Erdschelm versichert hatten, es würde seinem Pferd während der Abwesenheit seines Herrn und Freundes fortan immer gut ergehen. Erleichtert hängte der Prinz den zerbeulten Schild über die Pferdemähne und stieg auf. Das Pferd wandte den Kopf zur Seite und schleckte über die tiefe Schildmulde, aus der der Zauberkristall herausgebrochen war, so als wollte es eine Wunde verschließen. Dann trabte es leise wiehernd los….

Die Krönung II

W.m.KroneJetzt sitze ich hier die ganze Zeit mit dieser schweren Krone auf meinem zarten Wichtelkopf, nur um Euch daran zu erinnern, wie es mit der „Krönung“ weitergeht. . .

Oh ihr ehrwürdigen Elfensteine, die ihr im Volksmund zu den Helfensteinen wurdet, bitte nehmt meine Gaben an. Möge Allen hier geholfen werden“, sprach der Recke und lies zunächst behutsam den Zauberkristall und dann seine Schwertflamme in den Felsspalt gleiten. Ein leuchtendes Beben erschütterte in diesem Augenblick das Bergmassiv und aus der Felsspalte schoss eine lodernde Flamme hoch in den Himmel, um dann funkenstiebend zu vergehen und sich als Feuerregen über die Elfensteine zu ergießen. Das Steingesicht erwachte wieder für einen Augenblick und sprach:

Dankbarkeit ist Deine Zier und weiter kommst Du nur mit ihr.  Mit allem, was Du hier gemacht, ist Dein Lebenswerk vollbracht.  Prinz Anmut sei’st Du nun genannt. Du erhältst die Krone vom Elfenland. Immer, wenn Dein Strahlen das Dunkel durchbricht, leuchtet und funkelt über Dir nun ein Licht. So wirst Du der strahlende Ritter genannt und als Helfer und Retter vieler Menschen bekannt. Jetzt geh‘ und bringe Allen Kunde von Deinem Wissen und uns‘ rem Bunde. Hilfe wird hier dem zuteil, der uns hier lauscht und Glück und Heil.“

Bei diesen Worten funkelte plötzlich das Auge des SteingesSteinkopf-1ichts und sandte einen gewaltigen Lichtstrahl in den Himmel und weit über die umliegenden Täler. Wie ein Peilstrahl, an dem sich jeder in der Region orientieren könnte, wenn er ihm zu den Steinen folgen wollte, um hier an diesem Zauberort, zu verweilen. Kometenhaft verschwand der Strahl im Innern des Steingesichts. Wiederum ausdruckslos starrte es, stumm wie eh‘ und je, über das Land….

Recke Fürchtenichts, nein Prinz Anmut – er musste sich erst noch an seine plötzliche und unerwartete Namenswandlung gewöhnen – wusste, dass er mit seiner Opfergabe das Leben all derer, die hier an Zauber- und Naturwesen existierten, zurück gebracht hatte. Dafür hatten sie ihm ihrerseits Ehrerbietung gezeigt und ihm die unsichtbare Krone der Allwissenden verliehen. Während er, Prinz Anmut, dies dachte, loderte zur Bestätigung vor ihm eine Flamme auf und verschwand zischend in einer Felsspalte. Ein tiefes Gelächter folgte.

„Der schlafende Riese hat sich mit dem Feuerdrachen verabschiedet“, wusste nun der frisch gebackene Prinz. Nach dem Verlöschen der Flamme war die Felsenöffnung verschlossen, regelrecht verschweißt. Nur ein kleiner Höcker auf der dicken BasalSteingesichter-rundtader kündet heute noch von dem Geschehen. Falls jemand in Zukunft mal an der Stelle stehen sollte, die Prinz Anmut nun verließ.

Mein Wichtel trank den Rest seiner Schokolade, welche mittlerweile vom aufmerksamen Zuhören kalt geworden war. „Was für eine wundersame Wandlung. Erst ist er ein alter Haudegen Namens Fürchtenichts und nun ein Prinz, der dazu auch noch Anmut heißt“, bemerkte Helferich kopfschüttelnd. „Da bin ich aber mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt und ob das gut geht“, fügte er noch augenzwinkernd hinzu. Ich musste lauthals gähnen und sagte: „Ich glaube uns beiden würde jetzt eine Mütze voll Schlaf sicher gut tun.“ „Das glaube ich auch“, antwortete Wichtel Helferich gähnend. „Ich mach`s mir schon mal bequem Isak. Wenn du mir nach dem Abräumen eine Decke überlegst, wäre ich dir dankbar“, hörte ich ihn flüstern, während ich das Geschirr in die Küche brachte. Als ich zurück kam war mein Wichtel eingeschlafen. Ich legte eine Kuscheldecke um ihn, löschte das Licht und ging zu Bett. . .

Die Krönung I

. . . Wichtel Helferich summte mit dem Fürchtenichts, verfiel zwischenzeitlich in ein dem Recken gleichendes kicherndes Lachen und wandte sich mir zu. Er wirkte wie eines der im Kapitel beschriebenen Zauberwesen. Ich staunte ihn an, denn ich musste erkennen, dass er tatsächlich ein Zauberwesen war. Dennoch war er mir seit unserer Begegnung so Vertraut geworden und sozusagen ans Herz gewachsen, dass ich im Alltag gar nicht mehr darüber nachdachte. Jetzt wurde es mir wieder bewusst und ich war froh, solch einen treuen und liebevollen Begleiter bei mir zu haben.

„Weist du was?“, fragte ich. Was hältst du davon , wenn ich uns was zum Abendbrot mache?“ Helferichs Augen funkelten freudig und er nickte immer noch summend, bestätigend mit dem Kopf. Daraufhin bereitete ich in der Küche unser gemeinsames Abendmahl. Ich zauberte meinem Wichtel ein Überraschungsessen, das er abends sehr gerne verspeiste. Orangenscheiben mit Zimt und Koriander bestäubt, obenauf ein dicker Klecks Schlagsahne mit Vanille.

So etwas leichtes, fruchtiges liebte Wichtel Helferich. Ich verzierte alles mit einpaar Apfelspalten und Nüssen. Als ich ihm dies auf einem großen flachen Teller servierte und ihm dazu noch seine heißgeliebte Schokolade mit Sahnehäubchen dazu stellte, bekam ich anerkennendes Lob. „Danke Isak. Du hast aber auch immer wieder eine leckere Überraschung parat und meistens dann, wenn ich es mir gerade nicht vorstellen kann“, betonte Helferich freudig. Ich schmunzelte nur stumm, nickte und rückte mir einen Stuhl zurecht, während ich zu meiner Lesebrille griff. Sein Wichtelantlitz strahlte, während er lauschte…

Die Krönung I

Wie lange er so dagelegen hatte, wusste der Recke nicht. Die Sonne war weiter gewandert, bemerkte er, als er sich aufsetzte. In der Ferne zwischen den Bergen färbte sich der Himmel in den schönsten Farben, die der Recke jemals gesehen hatte. Der orange strahlende Ball, der aus den fernen Hügeln heraus zu hüpfen schien, kündete an, dass die Sonne bald hinter den Bergen untertauchen würde, um dann im Mondlicht weiter auf die Erde zu strahlen.

Hst.-Sonn-Unterg-rund-KleinEs war noch nicht ganz vollbracht, spürte der Recke als deutliche Botschaft in sich. Er musste jetzt unver-züglich handeln bevor die Nacht anbrach, die seinen Abschied von diesem wundersamen Ort andeutete. „Am liebsten möchte ich hier bleiben“, dachte der Recke. Ihm war klar, wenn nach ihm jemals wieder jemand auf Grund seiner abenteuerlichen Geschichte hier oben saß und dabei vielleicht auch noch in seine Lachtränen-Pfütze schaute, erging es diesem Jemand ebenso wie ihm jetzt. Sicher würde auch dieser Mensch, ob Groß oder Klein, nur schwerlich und unter Aufbietung all seiner Kräfte, den Abstieg und den Weg nach Hause antreten.

Ich werde eine dauerhafte magische Erinnerung hierlassen, die allen Menschen hilft, diesen zauberhaften Ort wieder verlassen zu können. Sie sollten in Freude und mit der Gewissheit, diesen magischen Ort jederzeit besuchen zu können, gehen. Durch mein Geschenk an die Elfenwesen hier werden diejenigen, welche den tiefen Wunsch in sich verspüren, hierher kommen zu wollen, den Weg wiederfinden.“ Dieser Gedanke, etwas so nützliches für Alle tun zu können, erfüllte den Recken mit solcher Freude und Kraft, dass er am liebsten zersprungen wäre, um sich überall hin auszudehnen…

Bedächtig erhob er den Zauberkristall, legte ihn in seine linke Hand und nahm in die rechte seine abgekämpfte Schwertklinge, die jetzt einer stählernen Flamme glich. Der Kristall hatte über Tag das Sonnenlicht gespeichert und fühlte sich wohlig warm an, wurde zusehends wärmer, sogar heiß. Ebenso war es mit seinem Schwert-Flammen-Gebilde. Achtsamen Schrittes näherte sich der Recke, über das Rückgrat des Berges schreitend, einer Felsspalte hinter dem Steingesicht, welches schon seit je her unentwegt ins Tal blickte.

„Hier werde ich mein Schwert, das ich in meinem letzten und entscheidenden Kampf meines Lebens zur symbolischen Flamme meines Herzens formte, versenken. Meinen Zauberkristall werde ich ebenso hier lassen, als Danksagungs-Opfer und als Pfand für meine Wiederkehr. . .W.m.Krone

Wie`s mit der Krönung im Reckenkapitel weitergeht, erfahrt Ihr im nächsten Blog. Ich  übe schonmal vorab. . .