Archiv der Kategorie: Allgemein

Echse – Kapitel 5

Eine andere Perspektive – eine andere Wirklichkeit.

Mit frohem Herzen ging ich in der Nachmittagssonne los. Den Blick auf die Echse vom Elfenberg gerichtet, wanderte ich ohne Hast und Eile auf den mir bekannten Wegen und Pfaden. Vorbei an meinen Baumfreunden, Wiesen und Büschen, um schließlich im schattigen Wald, bergaufwärts meinem Ziel entgegen zu streben. Ich fühlte mich freudig erfüllt und leichtfüßig. Während ich mit meinen Empfindungen immer tiefer in die Natur eintauchte, sah ich vor meinem inneren Auge noch einmal alle Begebenheiten, die mich in den letzten Monaten so sehr beschäftigt hatten. Ich betrachtete alles wie einen Film und musste manchmal lachen, wenn sich mir meine ehemaligen Angstbilder zeigten.

Die Echse, dieses imposante Basaltgebilde, welches ich von meinem Fenster aus täglich vor Augen hatte und mich nun, anstatt mich zu ängstigen, irgendwie magisch anzog. Einen kurzen Augenblick hielt ich inne, stand urplötzlich still. Wenn dies jetzt vielleicht doch ein hinterhältiger Trick dieses scheinbar versteinerten Reptils ist, fragte ich mich?  Waren alle bisher erlebten Befürchtungen und Ängste mit diesem uralten Echsenwesen wirklich nur meine eigenen Hirngespinste?  Was, wenn die Birkenfrauen sich geirrt hatten oder mir auch nur, als heimliche Verbündete mit der Echse, mich in Sicherheit wiegen wollten?  Was würde dann wohl geschehen, wenn ich bei den Elfensteinen angekommen, diesem überdimensionalen Reptil begegnete? Kaum auszudenken….

Furcht befiel mich augenblicklich und wenn nicht die Sonne so freundlich durch die Bäume gestrahlt hätte, wäre ich sicher sofort wieder umgekehrt. Ich brauchte ja garnicht weiter zu gehen, dachte ich. Noch war ich nicht oben am Berg, hatte also im Schutz des Waldes die Möglichkeit mich zu verstecken. Mein Herz pochte ganz stark und meine Glieder schienen bei all den Gedanken wie gelähmt.

Ein Habichtschrei riss mich aus meinem Gedankenkino und löste meine Erstarrung. Danke murmelte ich langsam weitergehend. Irgend etwas in meinem Inneren ließ mich automatisch vorwärts streben. Bedächtig setzte ich Fuß vor Fuß, diesem inneren Antrieb folgend, während meine Augen aufmerksam den Wald durchstreiften. Mit jedem Schritt wurde mir auf einmal wieder wohler. Die Befürchtungen verschwanden letztendlich durch die Erinnerung an meinen Traum.

Dort hatte ich mich so inniglich befreit und geschützt gefühlt bei der Empfindung, mit dem tonnenschweren Basaltgebilde vereint zu sein. Wieder musste ich lächeln, nein lachen musste ich und zwar laut. So laut, dass es im Wald um mich herum widerhallte, so als würden alle Bäume um mich herum mein Lachen erwidern. Erneut musste ich anhalten, um mich lachend auf der Baumwurzel einer mächtigen Buche niederzulassen. Lachtränen kullerten mir über die Wangen und ich kriegte mich kaum ein vor Glucksen, Kichern und erneut wiederkehrenden Lachsalven, welche scheinbar von allen Waldbewohnern wiedergegeben wurden. Wenn noch andere Wanderer mich gehört hatten, mochten sie wohl denken, dass da ein Irrer im Wald herum tobte, den vielleicht ein Kobold oder ein Wichtel geneckt haben könnte…

Langsam beruhigte ich mich, stand wieder auf und ging weiter bergan. Immer wieder schüttelte ich den Kopf, weiter kichernd und leise vor mich hin lachend. Diesen unfassbaren Zustand konnte ich mir nicht erklären. Schlimmer noch, wenn ich darüber nachdachte musste ich über meine Idee eine Erklärung zu finden lachen, was mich erneut lachen ließ. Scheinbar war ich völlig verrückt geworden, aber das war mir geradezu völlig egal. Hauptsache egal, dachte ich und schmunzelte vergnügt vor mich hin…

So kam es, dass sich die Sonne langsam nach Westen neigte, als ich aus dem Wald heraustrat. Das mächtige Basaltgebilde, zu dessen Füßen ich nun stand, erstrahlte im Glanz der untergehenden Sonne. Welch ein wunderbarer Augenblick. Ehrfürchtig verharrte ich eine Weile, um mich dann noch achtsamer als bisher, an den Aufstieg zu machen.

Angekommen war ich, der Echse so nah, wie man ihr näher nicht kommen konnte. Jetzt wollte ich sie besteigen, ganz egal was auch immer geschehen würde. Selbst wenn sie sich mit mir in die Lüfte erheben, um auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden, ich wollte es gewagt haben, dachte ich. Über den Echsenrücken stieg ich, Stufe um Stufe über die dicken Basaltadern, welche treppenartig angeordnet waren. Auf einem Plateau, hinter dem Echsenkopf angekommen, ließ ich mich nieder und genoss den atemberaubenden Ausblick. Hier ist der Himmel offen, empfand ich. „Schau in die Welt“, dröhnte eine erztönende Stimme in mir. Ergriffen schaute ich über die Täler und Höhen unter mir, während ich mich langsam im Kreis drehte. 

Ich konnte das Haus sehen, aus dessen Fenster ich tagtäglich hierher schaute und musste schmunzeln. Ja die Echse und die Ängste, die ich mit ihr verband… Ich schaute zum „Großvater“ Dörnberg, ließ meinen Blick weiter schweifen zum kleinen Dörnberg über die Hochebene, hinter der sich am Horizont farbenprächtige Bilder zeigten. „Die Farben der Wirklichkeit“, entfuhr es mir. Ja, das waren sie, welche die untergehende Sonne, hier in den Himmel malte.

Ich setzte mich zwischen die warmen, sonnengetränkten Basaltadern und erfreute mich aus tiefstem Herzen an den Himmelsbildern, welche sich mir darboten. Tiefe Stille, gepaart von einem inneren Frieden, durchdrang mich. Als die Sonne nun langsam, sich als glutroter Ball hinter einem Berg am Horizont versteckte, ließ ich mich einfach nach Hinten sinken. So lag ich auf dem geronnenen Erdblut, den dicken Basaltadern, welche mich mit ihrer gespeicherten Lebenswärme wohlig betteten.

Ich blickte in den azurblauen Himmel, der zunehmend sein Himmelsblau veränderte. Ich gewann den Eindruck, in den Kosmos zu schauen, die Ewigkeit zu ergründen und in mir spüren zu können…

Himmlisch schön und sooo erfüllend, dass ich hier nicht mehr weg wollte. Einfach nur liegen, verbunden mit diesem Bergjuwel, welches ja scheinbar ein Echsengebilde war. Ob das wohl der Ausdruck von Echsenstarre ist, in die ich verfallen war, dachte ich mir, leise in mich hineinlächelnd. Es war mir völlig egal, was meine Gedanken dachten. Ich war in diesem Wohlgefühl des sprichwörtlichen „Jetzt“! Nichts und niemand kann mir diesen Augenblick der Allverbundenheit nehmen oder gar stören, wusste ich. Ich war einfach nur ich, und doch war ich Alles…

Langsam schimmerten die ersten Sterne am Himmel. Noch verhalten, als müssten sie sich erst herausputzen aus dem Dämmerlicht, um dann blankgeputzt am Nachthimmel strahlen zu können. Immer noch lag ich und erblickte aus meinem Augenwinkel den Vollmond, welcher sich langsam heller werdend auf die Reise machte. Ich wusste, dass er, wenn man im Tal stand, langsam am Dörnberghang empor zu rollen schien, um sich oben angekommen, kurzweilig auf dem hohen Dörnberg auszuruhen. Ich richtete mich auf, schaute in die Sternenkuppel, welche sich über mir gebildet hatte, mich wie das Dach eines Domes überspann. Dankbar im Herzen und voller Freude begann ich Fuß vor Fuß setzend, den Abstieg. Ich musste auf allen Vieren mich langsam tastend an den Basaltadern entlang orientieren. Das Mondlicht erhellte die Basalttreppe gerade so viel, dass ich nicht die Orientierung verlor.

Am Fuße der Basaltkuppe angekommen verharrte ich einen Augenblick, während meine Lippen ein Lied in den lauen Nachtwind summten. Ich fühlte mich ganz und gar allein auf der Welt mit diesem, meinem Bergschatz und doch so erfüllt. Als wären alle Wesen dieser und anderer Welten anwesend und wollten sich mit mir erfreuen….

Ich ging langsam tastend nach links in Richtung Dörnberg, lief sozusagen dem Mond hinterher. Ja, Mondfangen wollte ich spielen. Das, was ich schon immer in meiner Kindheit in den klaren Vollmondnächten gemacht hatte. Aus dem Fels heraustretend lief ich im Mondlicht erst den Wiesenhang hinunter und in der Senke angekommen, langsam auf der anderen Seite hinauf. „Fangen werde ich dich, wenn du nicht schnell genug bist“, rief ich lachend dem Mond entgegen.

Wie ich so rannte und auf einmal prustend vor Lachen und außer Atem an einem Basaltblock verweilen musste, drehte ich mich um. Ich schaute zurück zu der Basaltechse, welche mich so wohlig auf ihrem Rücken gewiegt hatte. Was sich nun meinem Anblick darbot, überstieg mein Vorstellungsvermögen. Wiederrum musste ich lachen und das mit solch einer Intensität, dass es von den Steinen widerhallte. Wie ein sich wiederholendes Echo, das in mir und um mich herum erklang. Es war so, als wenn alles um mich herum dieses , mein Lachen lachte und immer wieder von neuem damit begann. Im langsam abebbenden Lachgeplätscher, welches wie ein sanft fließender Bach zu Tal rann, staunte ich das Steingesicht an, welches seine Konturen im Mondlicht ruhig, sanft spiegelnd entfaltete.

Eine Sphinx dachte ich. Ja dieser anmutig erscheinende Frauenkopf, mit dem Blick gen Himmel gerichtet, der reglos, scheinbar starr und im Mondlicht dennoch so bewegt erschien. Unglaublich und dennoch wahr, Eine ganz andere Wirklichkeit, die mir hier entgegentrat. Da war keine Echse. Hier aus dieser Perspektive hat es nie eine Echse gegeben, wusste ich. Dennoch war der Anblick aus meiner Fenstersicht zum Elfenberg nicht falsch. Nein – es war nur eine andere Wirklichkeit, die ich erfuhr, auf Grund einer anderen Perspektive. So war also die Welt, folgerte ich. Eine andere Sichtweise – eine andere Form und damit wiederum andere Empfindungen… Noch lange saß ich völlig verzückt durch die Geschehnisse und Empfindungen da.

Mond und Steingesicht

Der Mond war über den Dörnberg hinweg gerollt und stand nun hoch oben am Himmel. Majestätisch blickte das Steingesicht mit einer solchen Anmut zum Himmel, als wolle es sich beim Mond bedanken, der es so vortrefflich beleuchtete. Ich erhob mich und ging langsam, tastenden Schritts auf das Steingesicht zu.

Ich erinnerte mich an meinen Traum, in dem ich am Fuße des Felsens gestanden hatte. Jetzt war ich hier, ebenfalls am Fuße dieses wandelbaren Steingebildes, das sich von einer Echse in eine Sphinx verwandeln konnte. Ich betastete im Mondlicht die Furchen zwischen den Steinen und fand eine Steinmulde, genau in Kopfhöhe. Die Mulde war so tief, dass mein Kopf ganz im Basaltgestein eingebettet war, als ich mich mit meiner Stirn anlehnte. Nun erfuhr ich wiederholt, wie ich schon aus meiner Traumerfahrung wusste, die tiefe Verbindung mit diesem überdimensionalen Mineral.

Eingebettet, umschlossen, innig verbunden mit diesem ur-uralten tonnenschweren Steinwesen. Ja, einen Augenblick lang hatte ich den Eindruck, ich sei ganz Stein, ein kleiner Teil, wie ein Kind dieses Basaltfelsens, der die Sonnenwärme gespeichert hatte und mich wohlig warm in sich hielt. Es war wie ein Geburtsakt. Ich emmpfand, als würde mich dieser überdimensionale Stein gebären.

Langsam, ganz langsam, wie von einer langen Reise zurückkommend, nahm ich die Dinge wieder um mich herum war. Das silberglänzende Mondlicht, die goldfunkelnden Sterne am Himmel, zu dem ich an dem Steingesicht empor, aufblickte. Der laue Wind summte eine Melodie und ich stimmte ein, immer noch verzückt dastehend. Wie lange ich da stand, bis ich mich endlich an den Abstieg machte , weiß ich nicht mehr. Ich merkte nur, dass es zu dämmern begann, als ich auf dem Rückweg in den Wald eintrat. Die zunehmende Morgenröte schimmerte mir durch die Bäume entgegen. . .

Die Echse von . . .

Also jetzt hat Isak wieder nal die schöne Landschaft verunglimpft… Damit spiele ich auf seine fototechnischen Spielereien an, mit denen er nach allen möglichen und  unmöglichen Regeln der Fotokunst, die malerischen Helfensteine am Dörnberg verunstaltet.

Na ja, zugegeben – er meint’s ja gut, wenn er mit seinem märchenhaften Blick für die Anderswelt versucht, deDCIM100MEDIAn mystisch-magischen Ausdruck der (H)Elfensteine noch mehr hervor-zuheben. Ich begleite ihn ja auch bei seinen Touren und berate ihn schon mal gelegentlich. Isak meint, dass noch ganz viele Menschen, welche den hohen Dörnberg besuchen, dennoch nicht wirklich das Wesen der magischen Steine erfahren haben. Zu sehr sind wohl die meisten mit ihrem fokussierten Blick und ihren festgelegten Gedankenmustern beschäftigt, als dass sie sich dem Wesen der Natur ganz öffnen könnten…

„Die Natur verbirgt Gott“, erfuhren Isak und ich einmal bei einer Begegnung, von einem wahrlich weisen Menschen. Augenzwinkernd fügte dieser noch hinzu: „Aber nur, wenn der Mensch sich dafür öffnet kann er dies erkennen.“ So erfahren Isak und ich auch immer wieder, dass oft die alteingesessenen Anwohner  gerne beharrlich an ihren alten Vorstellungen und Bildern aus der Vergangenheit festhalten. So wird immer wieder das Bild vom schlafenden Riesen am Dörnberg hervorgekramt, wie die (H)Elfensteine im Volksmund seit jeher benannt sind.

Isak und ich haben auf vielerlei Touren und Wanderungen um und am Dörnberg, die „altehrwürdigen Steine“ aus allen möglichen Perspektiven betrachten und erkunden können. So fiel uns auf, das nichts, aber auch gar nichts festgelegt ist, was den mystisch-magischen Ausdruck der (H)Elfensteine betrifft. Den „schlafenden Riesen“ kann man natürlich von verschiedenen Blickpunkten aus deutlich erkennen. Doch auch da bieten sich schon vielerlei Interpretationen an. Einige Betrachter sehen den Kopf des Riesen dort, wo andere die Füße sehen. Wiederum einige sehen zwei Riesen, die mit den Fußsohlen aneinander, sich gegenüberliegen.

Eine, vielleicht zeitgemäße Ergänzung, war die Aussage der bekannten Märchenerzählerin Kirsten Stein, die das hfst-riese-mag2märchenhafte Ambiente des Dörnberg sehr gut kennt und mit ihrer Fangemeinde des öfteren dort unterwegs ist. „Ich sehe eine schlafende Riesin“, schrieb sie einst auf Facebook, als Kommentar auf Isaks Hinweis, zurück…

Um die (h)elfensteinische Verwirrung noch ein wenig auszuweiten, hat Isak nun nach seiner Malerei der „Helfensteiner Impressionen“, den Pinsel mit den Tasten getauscht und bearbeitet einige ausgewählte Fotos. Blogbesucher haben hier ja schon die eine oder andere Kostprobe davon erhalten können. So zum Beispiel das mediterran aufbereitete Foto der „Sphinx“, dem bekannten Steingesicht, welches man vom Dörnberg kommend, gut erkennen kann.

Wie sich dieses Gebilde von unserem Fensterblick aus wandelt, ist als Beitragsbild hier deutlich zu sehen. Isak hat den Begriff „Echse“ gewählt und darüber auchklein_echse-7-mag-2 in seinem Buch „DörnbergGeschichten“ ein Kapitel gewidmet. Es ist seine Homage an die Steine, mit denen er schon so viel erlebt hat, seit er hier in der Region als Wichtelpapa ansässig wurde. Und ich, Wichtel Helferich vom Helfenstein, freue mich natürlich besonders. Denn nur so konnten wir uns vor einigen Jahren an den (H)Elfensteinen treffen und seitdem in inniger Freundschaft zusammen leben…

Wicht-Signat-Klein

… hier noch ein ganz wichteliger Hinweis… Die Vorlagen für diese Fotos stammen aus der Blende einer bezaubernden Grafikdesignerin: http://www.fotokomplizin.de/    

grafik-gestaltung.de

Kunst & Kultur im Yogahaus…

 Jetzt muss ich doch Wicht-Schaukelmal die Zügel etwas straffer in die Hand nehmen, bevor Isak wieder alles verpennt! Nicht nur, dass er schon wochenlang auf der faulen Haut gelegen (war wohl ins Sommerloch gefallen) und wie Ihr erkennen könnt, auch nichtFly-Kunst-Kultur_Yogahs eine einzige Silbe hier im Blog geschrieben hat, muste ich völlig allein auf mich gestellt malochen…

Also der Flyer für das kommende Event ist fertiggestellt und im Druck. Ihr könnt Euch schon mal einlesen wann’s losgeht und wo. Wenigstens hat sich Isak bereit erklärt ein paar von seinen skurrilen Alltagsgeschichten, die er jetzt schreibt, zum Besten zu geben. Wird sicher interessant und ist eine gute Gelegenheit mal wieder zu lachen.  Damit Ihr Euch Isaks Geschichten nicht so trocken runterwürgen müsst gibt’s auch ein Gläschen Sekt dazu. Ein bisschen was zum Knabbern liegt auch bereit.Fly-Kunst-Kultur-Yogahs-Rücks

Seit Isak sich so sehr mit dem skurrilen Alltag und dem anderer Leute beschäftigt, fühle ich mich manchmal schon vernachlässigt.

Seit unserer Wichtelgespräche  hat er nichts mehr über mich geschrieben, außer dass er mal ab und zu ein paar Worte mit mir wechselt. Ich komme mir langsam vor wie eine vernachlässigte Ehefrau, wie man das so in Eurer menschlichen Betrachtungsweise ausdrücken würde. Aber so ein Wichtel wie ich hat auch seine Bedürfnisse und möchte wenigstens ein klein wenig Zuwendung und ab und zu auch mal gewürdigt werden. Noch habe ich ja Hoffnung, dass Isak sich wieder einkriegt…

So – nachdem ich ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert und Euch mein Herz ausgeschüttet habe, dürft Ihr Euch mit mir auf’s YOGAHAUS-Ahnatal freuen.

Wicht-Signat-Klein

Frühlingsauferstehung…

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“. . .  Jetzt, nachdem das Oster(Un)wetter vorbei ist und der Frühling sich so langsam in die Natur schleicht, können die Frühlingsgefühle kommen. Die Sonne strahlt derweil mild lächelnd am Himmel (wenigstens zeitweise) und sendet schon warme Strahlen. Da muss sich doch das Gemüt erhellen und die Lebensfreude wieder zunehmen.

Nicht dass ich ein besonders trauriger oder depressiver Mensch wäre und mein Wichtelfreund schon garnicht. Dennoch lässt die Frühlingsstimmung in uns etwas wachsen, was nach draußen drängt, sich offenbaren wollend. Scheinbar ist, wenn auch mit etwas Verzögerung, die frohe Osterbotschaft in uns angekommen. Freude macht sich breit und mit jeder neuen Blüte und all den Blumen, die gerade so mannigfaltig aus dem Erdboden schießen, verstärkt sich diese Empfindung.Frühl-Blum-Wicht1

Etwas friedvolles liegt im Ausdruck der Natur, welche sich üppig zeigt und Wichtel Helferich, wie auch mich, tief im Innern berührt und befriedet. Obwohl in vielerlei Ländern auf unserer Erde Krieg, Schrecken und unsagbares Leid herrscht und das Mitgefühl Aller diesbezüglich enorm strapaziert wird. Dennoch wird dieser Augenblick der Freude durch das Betrachten der Naturentfaltung mit all ihrer Blütenpracht, nicht gemindert.

Mein Wichtel hat mir augenzwinkernd versichert, dass dies keineswegs ein Ausdruck von gefühlsmäßiger Abstumpfung sei, sondern einfach kindlich empfundene Lebensfreude. Wie Kinder, die über die bunte Blumenwiese rennen, kraftvoll in die Welt lachend ihre Lebenskraft ausdrücken und sich vor Freude nicht mehr einkriegen wollen. NaturwFrühl-Kateresen wie Elfen, Wichtel, Kobolde und Trolle kennen keinen anderen Zustand versicherte mir mein Wichtelfreund. Nur wir Menschen würden unter uns selbst leiden, meinte er verschmitzt lächelnd.  Und das Ganze käme nur daher, weil sich die Menschen von der Natur getrennt hätten, oder zumindest sähen…

Das musste ich mir erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Was bin ich also nur für ein doofer Spezi einer solch begnadeten Rasse, die sich mit ihrem Verhaltensmuster selbst in Bedrängnis bringt. Und das auch noch in vielerlei Hinsicht. Ob in Politik, Wirtschaft, Religion und gesellschaftlichem Umgang, scheinen alle mit einem Entfremdungs-Virus contaminiert zu sein, der zunehmend alle natürlichen Funktionen und Reaktionen des Menschen unterbindet… „Wie konnte das geschehen und wie konnte das nur so weit kommen?“, frage ich mich betroffen. Mein Wichtel Helferich vom Helfenstein, Freund, Gönner und treuer Lebensbegleiter tröstet mich wieder einmal. „Du musst dich nicht sorgen und schon gar keine Schuldgefühle kultivieren“, meint er. „Bleibe einfach in deinem Selbstvertrauen und in deiner Lebensfreude, damit bist du in einem liebenden und natürlichen Zustand.“

Frühl-Wicht-3Wie gut es tut solch tröstende Worte zu hören und zu wissen, so einen Freund an seiner Seite zu haben, denke ich. Ich erinnere mich an den wichteligen Auftrag, den mein Wichtelfreund mit in unsere Welt brachte. Er wollte die Menschen anregen sich wieder mit der Natur zu verbinden, sie zu ehren, hegen und zu pflegen. Dazu brachte er doch die Botschaft aus dem Wichtelland mit, welche er mit meiner Unterstützung  überall verkünden wollte…     Hört noch einmal her:

Lasst sie leben und aufersteh’n, die Welt der Sagen, der Märchen und Feen. Und bedenket immer, ihr lieben Leute – wenn ihr uns nicht vergessen habt, dann leben wir auch heute..!

Mit diesem wichteligen Aufruf, der meiner Meinung nach genau in diese Zeit der Erneuerung, der Frühlingsauferstehung passt, wünschen Wichtel Helferich vom Helfenstein und ich Euch eine ebensolch kraftvolle Lebensentfaltung wie die Natur sie derzeit bietet…

Wicht-Signat-Klein

W-Pap-Isak-Sign-Klein

Wichtelgespräche

Die Zeit vor dem Wichtel

Wichtel Helferich saß neben mir und wir blickten im Dämmerlicht des beginnendes Abends in die flackernde Kerze. Mein Wichtel mochte Kerzenschein ebenso gerne wie ich. „Das Tageslicht wird wird jetzt zunehmend von der Dunkelheit verschluckt“, meinte er nachsinnend. Ich nickte und er fügte hinzu: “In dieser kuscheligen Vorweihnachtszeit erzählt man sich bei Kerzenschein doch gerne Geschichten. Vielleicht könntest du mir erzählen, wie es vor meiner Zeit war, als ich noch nicht in eure Welt purzelte.“ Ich blickte ihn erstaunt an und fragte: „Was willst du wissen von vor deiner Zeit?“ „Na ja, du hast doch da etwas über diesen Recken vom Zauberberg geschrieben“, sagte Helferich. „Wie kamst du auf die Idee, erzähle mir davon Isak“, bat mich mein Wichtelfreund.

Ich wusste, dass es keinen Zweck hatte ihn zu etwas anderem zu bewegen, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Wichtel sind eben sehr eigenwillig und mein Wichtelfreund Helferich war noch um einiges eigenwilliger. „Gerne“, sagte ich also ergeben und sah wie die Augen meines Wichtels freudig aufblitzten…

Es begann irgendwann bei meinen Spaziergängen am Dörnberg. Während ich zu den unterschiedlichsten Tag- und Nachtzeiten die mystischen (H)Elfensteine aufsuchte und die Gegend durchwanderte. Ob über die grüne Hochebene am kleinen Dörnberg, oder auf den verschlungenen Ecopfaden, der Bergheide und auch in den nahen Waldgebieten. Ständig verinnerlichten sich Bilder und formten sich Gedanken in mir. Zunächst malte ich einige meiner Eindrücke, dann begann ich zu schreiben. Mit jedem Spaziergang verdichteten sich die Gedankenbilder, ergänzt durch neue Eindrücke und Erfahrungen in dieser von mir empfundenen Zauberwelt.

Mal glänzten die mystischen Steine im Sonnenlicht, mal waren sie gänzlich von einem Nebelvorhang verdeckt, als existierten sie gar nicht. Ich erinnere mich noch sehr genau wie ich frühmorgens auf der sonnenbeschienenen Hochebene des kleinen Dörnbergs stand. Ich konnte über die Schwaden des Talnebels hinweg sehen, der alles unter sich verdeckte wie ein riesengroßes Tuch. Dann erhob sich der „Nebelgeist“. Über die Kuppe des kleinen Dörnbergs rollte er als dicke milchige Wand auf mich zu und binnen weniger Minuten stand ich da, wie in Watte gepackt. Nichts um mich herum schien noch zu existieren, denn ich konnte nichts anderes als diese dicke weißgraue Masse um mich herum wahrnehmen. Orientierungslos verharrte ich und staunte, wie dieses gespenstisch anmutende Nebelwolkenheer einige Minuten später geräuschlos weiterzog und die Sicht wieder freigab…

Nach dieser eindrucksvollen Begegnung mit dem „Nebeldrachen“ begann ich die Geschichte des Recken vom Zauberberg zu schreiben. Sie erzählt von dem Sagenhaften Ritter Fürchtenichts, der sein letztes Abenteuer an und mit den (H)Elfensteinen erlebte. So wie mir, erging es meiner Sagenfigur, die auf ihren Abenteueretappen schrittweise zu neuen Erkenntnissen geführt wurde, die ihr letztendlich einen neuen Lebensweg eröffneten.

Wichtelige Adventszeit

Eigentlich wollte ich ja gleich ein Lichtermeer, schön bunt und groß, anstatt mit einer einzigen traurigen Leuchte anzufangen. „Das ist aber so Brauch“, meinte Isak und wies darauf hin, dass auch ein Wichtel sich in die Regeln der Gesellschaft halten sollte um nicht all zu sehr aufzufallen. Vielleicht hat er nicht ganz unrecht, aber wie soll ich da meine wichteligen Anliegen kundtun, wenn ich mich ständig in Normen und Regeln hin und her winden soll?

Und da kam mir direkt eine wichtelige Idee…

Nur weil ich, wenn Isak dabei ist, nicht meine Revolution ausrufen kann, heißt das ja nicht, dass ich handzahm bin. Nachdem ich jetzt herausgefunden habe wie dieser Com-pjutär funktioniert, kann ich euch ja während er schläft, hierüber aufklären und meine Botschaft verbreiten. Ich hatte das Isak ja schon mal vorgeschlagen, aber der war direkt dagegen…oller Spassverderber. Aber ein Wichtel hat halt auch seinen Stolz!

Die Zeit der Ankunft ist genau der rechte Zeitpunkt, mich hier vorzustellen und ich hoffe Ihr merkt, dass ich das ernst meine!

Es gibt für alle die interessiert sind, mir in meine wichtelbunte Weihnachtswelt zu folgen, ein paar Adventsüberraschungen. Schaut ab und zu mal auf meinen Blog und Ihr erfahrt mehr Wichteliges. Aber verratet ja Isak nichts…

Wichtel Helferich